Gesundheitsnachrichten

09.09.10

Schwanger? Hände weg vom Alkohol!

Zum "Tag des alkoholgeschädigten Kindes" am 9. September: BZgA macht auf Risiken des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft aufmerksam.

Der Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft ist eine der häufigsten nichtgenetischen Ursachen für körperliche oder geistige Behinderungen von Kindern. Schätzungen zufolge kommen in Deutschland pro Jahr rund 10.000 Neugeborene zur Welt, die aufgrund des Alkoholkonsums der Mutter während der Schwangerschaft zum Teil schwere Schädigungen, Missbildungen oder Entwicklungsstörungen aufweisen. Die Risiken des Alkoholkonsums werden von vielen werdenden Eltern nach wie vor unterschätzt. Darauf macht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum Tag des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September aufmerksam.

Etwa acht von zehn Frauen im gebärfähigen Alter trinken regelmäßig Alkohol, viele von ihnen greifen auch während der Schwangerschaft zu alkoholischen Getränken. Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, warnt vor Alkohol während der Schwangerschaft: "Was viele Frauen nicht wissen: Schon geringe Mengen Alkohol können unheilbare Schädigungen des Kindes nach sich ziehen. Einen Grenzwert für unbedenklichen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft gibt es nicht. Daher sollten schwangere Frauen grundsätzlich auf Alkohol verzichten, am besten schon, wenn eine Schwangerschaft geplant ist."

Die schwerste Form der Schädigung von Kindern durch Alkohol in der Schwangerschaft ist das sogenannte Fetale Alkoholsyndrom (FAS). Davon betroffene Kinder weisen etwa körperliche Missbildungen wie Fehlbildungen im Gesicht - vor allem im Bereich der Augen -, Fehlbildungen des Skeletts und der Extremitäten sowie Nierenschäden und Herzfehler auf. Darüber hinaus können Kinder Schäden davontragen, die bei der Geburt kaum zu erkennen sind und erst im Laufe der Kindheit deutlich werden. Zu diesen sogenannten Fetalen Alkoholeffekten (FAE) zählen neurologische und psychische Störungen, Verhaltensauffälligkeiten, geistige Entwicklungsstörungen, Sprach- und Hörstörungen, aber auch Hyperaktivität, Autismus und Aggressivität.

Neben der Menge an Alkohol, die getrunken wird, hängen die gesundheitlichen Folgen für das Baby vom Zeitpunkt in der Schwangerschaft ab, zu dem es dem Alkohol ausgesetzt ist. Alkohol in der Frühphase der Schwangerschaft steht häufig im Zusammenhang mit schwersten körperlichen Schäden des Neugeborenen bis hin zur Fehlgeburt, Alkohol im späteren Verlauf führt zu Wachstumsstörungen, neurologischen Auffälligkeiten und intellektuellen Entwicklungsstörungen beim Kind.

Im Rahmen ihrer Kampagne "Alkohol? Kenn dein Limit." hat die BZgA für werdende Mütter und Väter Informationen zum Thema Alkoholkonsum in der Schwangerschaft entwickelt. Auf dem Internetportal der Kampagne unter http://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/schwangerschaft-und-stillzeit/  stehen übersichtlich und aktuell Hinweise zum Thema zur Verfügung.

Der BZgA-Elternratgeber "Auf dein Wohl, mein Kind" enthält darüber hinaus ausführliche Sachinformationen, Erfahrungsberichte schwangerer Frauen und Anregungen, wie sich werdende Eltern in punkto Alkoholverzicht gegenseitig unterstützen können. Er kann kostenfrei unter folgender Adresse bestellt werden: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln.

06.09.10

Patientenforum zu Prostatakrebs

62. Urologen-Kongress in Düsseldorf

(idw) Angesichts der Fülle verfügbarer Informationen sei es für Patienten, die in alle Therapieentscheidungen einbezogen werden müssten, zunehmend schwieriger, einen Überblick zu behalten. Das Laienforum am Donnerstag, den 23. September 2010, ab 19.00 Uhr im Congress Center Düsseldorf, soll den Betroffenen Orientierungshilfe geben.

"Das Forum wird erstmals gemeinsam mit dem Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) veranstaltet", so der Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie des Universitätsklinikums Gießen, Prof. Weidner. Die Besucher hören zwei Kurzvorträge und haben Gelegenheit, mit fünf anerkannten Experten über neueste Entwicklungen in Diagnose und Behandlung des Prostatakarzinoms sowie über verschiedene Therapieoptionen und -entscheidungen zu diskutieren. Darunter auch Prof. Dr. Axel Heidenreich, Direktor der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Aachen und Vorsitzender der Leitlinienkommission Prostatakarzinom der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU).

Welche Therapie ist in welchem Stadium der Erkrankung die richtige?, so lautet wohl die wichtigste Frage für die betroffenen Patienten. Ist der Tumor lokal begrenzt, gehe es häufiger um die Entscheidung, ob Operation oder Bestrahlung angeraten sei, so Forums-Organisator und Moderator Prof. Dr. Claus Fischer. Zu dieser "Frühen Therapieentscheidung" wird Prof. Dr. Bernd Schmitz-Dräger aus Fürth referieren. Beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom, oft nach bereits erfolgter Operation, stelle sich eher die Frage, welche Medikamente eingesetzt werden könnten und ob zusätzlich bestrahlt werden müsse. Zu diesen "Späten Therapieentscheidungen" spricht Prof. Dr. Johannes Maria Wolff aus Viersen.

Fragestellungen zur Diagnostik wird Prof. Fischer ebenfalls thematisieren: Dabei geht es in verständlichen Worten zum Beispiel um die Wertigkeit eines Tumormarkers im Urin (PCA3-Score), um die kernspintomografisch gesteuerte Entnahme von Gewebeproben oder um bildgebende nuklearmedizinische Verfahren (Positronen-Emissions-Tomographie/PET).

Im Mittelpunkt des Patientenforums sieht Prof. Fischer jedoch die vielfältigen Therapieansätze und ihre Bedeutung. Zum Beispiel die minimal-invasive roboterassistierte Operationstechnik mit dem DaVinci-System, neue chemotherapeutische Substanzen oder die Strategie des "aktiven Zuwartens" (active surveillance) bei Prostatakrebs. Dabei wird der Patient engmaschig überwacht und eine eingreifende Therapie, abhängig vom Stadium der Erkrankung und der Aggressivität des Tumors hinausgezögert. Besonders für ältere Patienten könne dies eine Alternative sein, so der Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Klinikums Bayreuth. Ebenfalls thematisiert werden die möglichen Folgen von Therapieentscheidungen, körperliche ebenso wie psychische.

Günter Feick, Vorsitzender des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V., setzt große Erwartungen in das Patientenforum des DGU-Kongresses, das er mitmoderiert: "Patienten benötigen gute Fachinformationen vor ihrer Entscheidung für eine Therapie. Eine gleichzeitige Anwesenheit von fünf renommierten Medizinern ist das Besondere für Patienten und ihre Nächsten. Damit werden alle Stadien und Therapien der Erkrankung Prostatakrebs mit höchster Professionalität und Qualität abgedeckt. Informationen über die aktuellen, evidenzbasierten Therapien und die Beantwortung der Fragen von Zuhörern werden Aufklärung in laienverständlicher Form geben."

Das öffentliche Forum "Patienten mit Prostatakrebs wählen ihren Weg: Welche Therapie ist die richtige?" findet am 23. September 2010 in Saal X des Congress Centers Düsseldorf von 19.30 bis 21.00 Uhr (19 Uhr Einlass) statt. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Voranmeldung möglich.

 

Tipp: Öffnet externen Link in neuem FensterUrologen finden Sie in der Deutschen Medizinerauskunft!

05.09.10

Es muss nicht immer eine Allergie sein

Neue Broschüre zu Lebensmittelallergien erhältlich

Aachen (fet) - Nicht jeder, der glaubt an einer Allergie zu leiden, ist wirklich von einer solchen betroffen. Um nicht unnötig auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten, ist eine genaue Diagnose wichtig.

Laut Umfragen glaubt etwa ein Drittel der Deutschen, von einer Lebensmittelallergie betroffen zu sein. Dabei sind unter 100 Personen nur etwa ein bis zwei Erwachsene beziehungsweise fünf bis acht Kinder tatsächlich betroffen.

Wie aber kommt es zu so einem großen Unterschied? Treten nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln Beschwerden wie gerötete, juckende Haut, Ausschlag, Atem- und Kreislaufprobleme auf, liegt die Vermutung einer Allergie nahe. Doch nicht in allen Fällen handelt es sich um eine allergische Reaktion. Abkömmlinge bestimmter Aminosäuren wie Histamin, Glutamat und Tyramin, aber auch einige Zusatzstoffe wie Farb- und Konservierungsstoffe, können bei empfindlichen Personen allergieähnliche Beschwerden auslösen.

Bei einer echten Allergie reagiert das Immunsystem nach Kontakt mit bestimmten Eiweißverbindungen über. Immunzellen schütten verstärkt Botenstoffe aus, die zu Jucken, Schwellungen, Entzündungen und Kreislaufveränderungen führen. Bei zahlreichen Lebensmittelunverträglichkeiten ist allerdings nur der Abbau bestimmter Inhaltsstoffe gestört, so dass diese länger im Körper verbleiben. Ähneln diese Stoffe körpereigenen Botenstoffen, treten unerwünschte Reaktionen auf.

Der Geschmacksverstärker Glutamat fungiert im Körper beispielsweise als Signalstoff der Nervenzellen. Bei empfindlichen Personen können größere Mengen, wie sie in asiatischen Gerichten oder Tütengerichten enthalten sind, zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Herzrasen führen. Der Aminosäureabkömmling Histamin in Wein, gereiftem Käse oder Tomaten spielt als Botenstoff bei der Immunabwehr eine wichtige Rolle, so dass sich hohe Mengen in allergieähnlichen Beschwerden widerspiegeln.

Der Glaube an einer Allergie zu leiden, lässt Betroffene oftmals Lebensmittel meiden, die sie unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin essen könnten. Allergieähnliche Beschwerden nach dem Genuss von Erdbeermarmelade müssen daher nicht auf eine Erdbeerallergie hindeuten, sondern können auch aufgrund einer Überempfindlichkeit gegen das Konservierungsmittel Benzoesäure auftreten. Erdbeeren an sich wären weiterhin verträglich. Um eine mögliche Nährstoffunterversorgung zu vermeiden, ist eine sichere Diagnose wichtig. Diese kann nur ein Arztbesuch sicher klären.

Wie Sie eine echte Lebensmittelallergie erkennen, wie diese entsteht, welche anderen Unverträglichkeiten Beschwerden verursachen können und wie Sie sich im Falle einer Allergie im Alltag verhalten sollten, erfahren Sie in der Broschüre "Lebensmittelallergien - Auf die richtige Diagnose kommt es an". Die 24-seitige Broschüre im DIN A4-Format erhalten Sie für 4,40 Euro zuzüglich Versandkosten unter 0241 - 559 10 567.